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Freitag, 26. Mai 2017
 
 

 

 

Durch seine Lage im Schnittpunkt der Routen Schyn – Albula und Chur – Julier/Septimer – Chiavenna erlangte das Dorf Lantsch/Lenz bereits sehr früh eine verkehrspolitische Bedeutung, welche die Geschichte der kleinen Berggemeinde entscheidend prägte.

 

Archäologische Funde in und um die eisenzeitliche Siedlung Bot da Loz belegen die Anwesenheit der Römer und deuten auf eine Begehung des Ortes bereits in der Bronze- und mittleren La-Tène-Zeit (2200 – 800 v. Chr.).

 

 

 

 

 

Das Reichsurbar vom Jahre 831 erwähnt die Bedeutung von Lantsch/Lenz als Station an der Durchgangsroute mit einem Königshof, einer Kirche (Marienkirche) und zwei „Tabernen“ (Gasthöfe). Lantsch bildete danach eine der vier Porten an der Oberen Strasse (Chur-Chiavenna) und verfügte über eine Hauptsust mit Zollrecht. Diese Rechte brachten den Lenzern während Jahrhunderten Arbeit und zusätzlichen Verdienst zu den kargen Erträgen aus der Landwirtschaft.

 

 

Nach Aufhebung der Portenrechte im Jahre 1861 entwickelte sich Lantsch/Lenz zu einem bedeutenden Postetappenort mit Raststation und Pferdewechsel. Die Zeit der Pferdepost brachte die grösste wirtschaftliche Blüte für das Dorf und dauerte bis zur Eröffnung der Albula-Eisenbahnlinie im Jahre 1903.

 

 

Das Ende der Pferdepost bedeutete gleichzeitig das Ende einer Epoche, welche die Gemeinde entscheidend geprägt hat. Es war ein harter Schlag, der die Gemeinde in eine Wirtschaftskrise stürzte, von der sie sich erst mit dem aufkommenden Tourismus nach dem Zweiten Weltkrieg erholte. Ursprünglich war die Landwirtschaft der Haupterwerbszweig der Gemeinde. Mit der touristischen Entwicklung fanden immer mehr Gewerbebetriebe ihre Existenz im Dorf.

 

Politisch bildete Lantsch einen Teil des Gerichtes Belfort, das 1436 in den Zehngerichtebund eingetreten war. Die 3 Bünde Grauer Bund, Zehngerichtebund und Gotteshausbund bildeten später den Kanton Graubünden.

 

Mehr über die spannende Geschichte von Lantsch/Lenz erfahren Sie in unserem Heimatbuch Lantsch/Lenz - Ein Bergdorf einst und heute.